Tauchplatz Dolphin House – Shaab Samadai bei Marsa Alam

Der Tauchplatz Shaab Samadai, von Tauchern meist „Dolphin House“ genannt, gehört zu den besten Orten weltweit, um Spinner-Delfine in freier Natur zu erleben. Das Riff liegt vor der Küste von Marsa Alam und ist seit 2004 durch ein Schutzkonzept mit festen Zonen geregelt.

Dolphin House ist die große Attraktion bei Marsa Alam

Unter Tauchern in ganz Ägypten ist Shaab Samadai für seine Spinner-Delfine bekannt. Die Tiere ruhen tagsüber in der geschützten Lagune des hufeisenförmigen Riffs, an der südwestlichen Spitze bilden einige Korallentürme das eigentliche Tauchgebiet. Das hat dem Riff schon früh viele Besucher gebracht. Ab 2001 reisten bis zu 500 bis 800 Menschen an einem Tag mit bis zu 30 Booten an, die zum Teil direkt auf dem Riff ankerten. Unerfahrene Schnorchler gingen ohne Rücksicht auf die ruhenden Delfine ins Wasser.

Behörden, Naturschutzverbände und die Tourismuswirtschaft reagierten darauf gemeinsam. Der Gouverneur des Roten Meeres erließ 2004 ein Dekret, das das Riff unter Schutz stellte und alle touristischen Aktivitäten regelte. Seit 2013 verwaltet die Umweltorganisation HEPCA das Gebiet im Auftrag des Gouverneurs. Das Konzept gilt international als Vorbild für nachhaltigen Delfintourismus, auch wenn Dolphin House damit längst kein Geheimtipp mehr ist.

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Dolphin House Shaab Samadi

Tauchen mit Delfinen am Dolphin House in Marsa Alam

Tagesausflüge starten in Marsa Alam

Touren nach Shaab Samadai starten von Marsa Alam aus. Sie beinhalten in der Regel zwei Schnorchelgänge am selben Tag, einen zur Lagune mit den Delfinen und einen zu den angrenzenden Korallenriffen. Die Fahrt zum Riff dauert etwa eine Stunde, je nach Boot und Abfahrtshafen auch länger. Zum Schnorcheln fahren Sie meist mit einem Schlauchboot (Zodiac) in den ausgewiesenen Bereich. Auf Tagesbooten erleichtert ein kompaktes Tauchwörterbuch Arabisch die Verständigung mit Besatzung und Guides.

Die Schutzzonen bestimmen, wo Sie ins Wasser dürfen

Das Riff ist in drei Zonen gegliedert. Zone A ist die innere, ruhigere Lagune und für alle gesperrt, damit die Delfine einen ungestörten Rückzugsort haben. Zone B ist ausschließlich Schnorchlern vorbehalten, schnelle Boote dürfen dort nicht fahren. In Zone C werden Boote festgemacht, dort sind auch Tauchgänge mit Gerät und andere Aktivitäten erlaubt. Die Grenzen sind mit orangen Bojen (zwischen A und B) und weißen Bojen (zwischen B und C) markiert.

Schnorcheln mit Delfinen am Samadai-Riff

Für Schnorchler ist aus Sicherheitsgründen eine Schwimmweste Pflicht, die Sie vom Guide erhalten. Sie hindert auch am Abtauchen zu den Tieren, was ausdrücklich so gewollt ist. Die Delfine halten sich zwar häufig in der Lagune auf, ziehen aber auch aufs offene Meer hinaus. Eine Garantie für eine Begegnung gibt es deshalb nicht.

Die Besucherzahl ist begrenzt

Der Managementplan begrenzt den Zugang auf 200 Besucher am Tag. Nach den Angaben von HEPCA dürfen höchstens zehn Boote ans Riff, mit insgesamt höchstens 100 Schnorchlern und 100 Tauchern. Boote mit Schnorchlern dürfen sich von 10 bis 14 Uhr am Riff aufhalten, Boote mit Tauchern von 9 bis 15 Uhr. Wer ans Riff will, braucht eine Eintrittskarte, die Einnahmen fließen in die Pflege der Moorings und in den Naturschutz. Ein Vertreter von HEPCA kontrolliert die Tickets und beobachtet die Aktivitäten vor Ort. Genaue Preise und aktuelle Zeitfenster nennt Ihnen die Basis bei der Buchung.

Seit der Übernahme durch HEPCA sind Patrouillenboote am Riff stationiert, und für Tauch- und Tourguides gibt es eine Schulung, damit die Regeln einheitlich vermittelt werden. Schwimmen und Schnorcheln in der Lagune sind deshalb ein geführtes Erlebnis. Folgen Sie den Anweisungen Ihres Guides und achten Sie auf die Bojenlinien, dann bleibt der Ausflug für die Delfine und für Sie unproblematisch.

Die Delfine sind gut erforscht

Mit Fotoidentifikation ließen sich bis 2013 mehr als 200 einzelne Spinner-Delfine unterscheiden. Hochrechnungen nach der Fang-Wiederfang-Methode ergaben, dass mindestens 480 Tiere das Riff nutzen. Die Delfine zu berühren, zu jagen oder ihnen nachzuschwimmen ist verboten. Sie ruhen in der Lagune und jagen nachts im offenen Wasser, wer sie bedrängt, nimmt ihnen die Erholung. Die Ethikregeln für Begegnungen mit Delfinen gelten hier ebenso wie überall.

Das Riff bietet mehr als Delfine

Die Korallen am Shaab Samadai sind gesund, und rund um das Riff leben viele Rifffische, darunter Doktorfische, Kugelfische und Falterfische wie der Schwarzschwanz-Falterfisch. Wer nach dem Dolphin House noch mehr Betrieb unter Wasser sucht, findet zum Beispiel am Elphinstone Riff einen ganz anderen Tauchplatz mit Haien. Wie das Wasser im Jahresverlauf temperiert ist, beschreibt der Beitrag Wetter und Klima in Marsa Alam.

Falterfische im Roten Meer

Shaab Samadai nicht mit Sataya verwechseln

Auch das Riff Shaab Sataya in den Fury Shoals wird „Dolphin House“ genannt. Es liegt rund 100 Kilometer weiter südlich, Touren starten meist in Hamata. Dort ruhen Spinner-Delfine in einer halbmondförmigen Lagune, und seit 2018 gibt ein eigener Managementplan von HEPCA und der Umweltbehörde EEAA ähnliche Schutzzonen vor. Beide Riffe bieten vergleichbare Delfinbegegnungen, sind aber getrennte Ziele.

Quellen und weiterführende Links

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